Konfrontation

Im Frühjahr 2020 veränderten die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung massiv und unvorbereitet unseren Alltag. Seitdem sind wir mit einer Situation konfrontiert, die wir noch nie erlebt haben und die uns unsicher und ängstlich macht. Wir fühlen uns durch eine möglicherweise schwere Krankheit bedroht, gegen die es bisher kein wirksames Mittel gibt. Die Gefahr unverschuldeter Ansteckung, aber auch die erzwungene Isolation als einziger Schutz machen es uns schwerer als zuvor, Krankheit und Tod aus unserem Bewusstsein zu verdrängen. Viele, vor allem ältere Menschen sind mit dieser Angst allein, das erlebe auch ich.

Künstlerische Arbeit ist für mich das Mittel zur Selbsterkenntnis und zur Auseinander-setzung mit Angst. In grafischen Arbeiten mit Einzelfiguren in Mischtechnik erscheinen Hilflosigkeit, Angst und Abwehr in Körperhaltung, Gestik und Physiognomie und steigern sich durch die tödliche Gefahr. Die Figuren sind im Bildraum gefangen. Die Farbigkeit ist auf Schwarz, Grau, Weiß und Türkis beschränkt. Türkis dringt in den schwarz-weißen Bildraum, wird zur Bedrohung. Es ist die Farbe, welche auf den Intensivstationen der Krankenhäuser vorherrscht, die Farbe der Schutzkleidung, Bildschirme und Glasscheiben.