Grenzland

Spuren brandenburgischer Geschichte an Oder und Neiße

Zerstörte Brücken, sich im Wasser spiegelnd, leere Sockel, auf denen einst Denkmäler standen, Kriegsruinen gotischer Kirchen, alte Straßen, die nirgendwo mehr hinführen, eingebunden in stille, nahezu unberührte Flusslandschaften mache ich zum Gegenstand malerischer und grafischer Spurensuche und Reflexion über nunmehr 75 Jahre zurückliegende Kriegsereignisse, über unbewältigte Geschichte, und – im Kontrast dazu – über die Schönheit infolge ihrer Abgeschiedenheit scheinbar noch intakter Naturräume. Ich will ein Zeichen setzen gegen das Vergessen, gegen das Verwischen historischer Spuren, für Ausgleich und Versöhnung und für eine gerechte Bewertung in der Zukunft, und nicht zuletzt für die Bewahrung historischer Landschaften und Orte.
Die Reflexion als physikalischer Vorgang und meine gedankliche Reflexion bestimmen die Komposition auf der Bildfläche. Im Spiegel offenbart sich Verborgenes, das Bild erhält eine Dimension in die Tiefe, nicht nur räumlich-geometrisch als Tiefe des Wassers oder des Raumes, sondern auch zeitlich. Vergessenes und Verdrängtes kommen so hintergründig in die Bildfläche und regen zu geistiger Reflexion an.