"Geh aus, mein Herz, und suche Freud“

“Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ sangen wir schon im Kindergarten. Wir liebten die Melodie des Liedes, sangen jedoch gewöhnlich nur die ersten Strophen, und machten uns nicht viele Gedanken über den Text und seinen Ursprung.

Paul Gerhardt schrieb dieses Gedicht im Jahre 1653, in seiner Zeit als Probst in Mittenwalde. Seine Verse künden von seiner großen Liebe zur Natur und allem Lebendigen. Doch sie entstanden auch angesichts der Zerstörungen, des erlebten körperlichen und seelischen Leids sowie der Entwurzelung vieler Menschen durch dreißig Jahre Krieg. „Geh aus“ soll heißen: gehe aus dir heraus, wage den Schritt aus deiner Trauer, der Klage, der Angst, dem In-dir-verharren. Das Lied ist Aufforderung, den Reichtum der Schöpfung zu entdecken, wieder Mut zum Leben zu gewinnen. Die Freude, die dabei empfunden wird, erweckt mehr und mehr die Sinne. Neue Hoffnung kann aufkeimen, innerer Reichtum wird gefunden, der ausstrahlt und verändert.

Diesem Anliegen Paul Gerhardts gebe ich in einer Folge von Bildern Ausdruck. Das Fortschreiten von Bild zu Bild unterstützt den Prozess, der in dem Lied erlebt wird.